Samstag, 15. November 2014

I'll give to you my summer wine ~ Nancy Sinatra

15.11.14, 15:37, Hastings
Auch wenn in den letzten beiden Wochen nicht sonderlich viel passiert ist, will ich trotzdem mal wieder von mir hören lassen. Mit den Apfelbäumen sind wir fertig, letzten Freitag sind wir deshalb mit Gus zur Vineyard (Weingut) "Trinity Hill" gefahren. 




Er meinte erst, dass wir nur dort arbeiten dürfen, wenn wir den Job gut machen, weil sonst die ganze Ernte ruiniert ist. Im Prinzip mussten wir nur einzelne Äste ausreißen, aber dabei darauf achten, dass die Abstände zwischen den Ästen immer eine Handbreit betragen, die kleinen und fruchtlosen Äste ("Watershoots") zuerst entfernt werden, schiefe Äste nach Möglichkeit immer weg, bei einem Doppelspross nur einer ausgerissen wird, aber wenn die Abstände relativ groß sind können beide dort gelassen werden. Also alles etwas kompliziert, unser neuer Arbeitgeber, Clint,  war aber sehr zufrieden mit uns, obwohl wir am Anfang das Gefühl hatten, völlig planlos an den Bäumchen rumzureißen. Sie haben uns dann sogar den Chardonnay anvertraut, bei jeder Weinsorte muss man andere Dinge beachten. Letztendlich soll die Baumkrone dadurch entlastet werden, die Weintrauben haben dann mehr Platz und werden größer, weil weniger Energie in fruchtlose Äste investiert wird. Die Arbeit ist eigentlich relativ angenehm, man muss sich immer nur kurz hinhocken um einen guten Blick auf die Baumkrone zu bekommen, ansonsten kann man die Äste im gehen ausreißen. Und außerdem vergeht die Zeit schneller, wenn man sich mehr auf die Arbeit konzentrieren muss. Leider war es Anfang der Woche sehr warm, und das ist wirklich extrem unangenehm. Es waren zwar eigentlich nur 17°C, aber in Neuseeland muss man immer ca 10 Grad draufrewchnen, um auf die gefühlte Temperatur zu kommen, weil die Sonneneinstrahlung so intensiv ist. Dafür haben wir am Ende der Woche sogar, bei 11°C, was aber wesentlich erträglicher ist als zu schwitzen. Es graut uns schon vor dem Dezember.
Da das Weingut einfach riesig ist, hatten wir gehofft dort bis Januar (wenn wir weiter reisen) arbeiten zu können, aber gestern sind wir fertig geworden, es musste offensichtlich nur bei einem kleinen Teil "Thinning" gemacht werden. Ab Dienstag geht es für uns wieder ins Zwiebelfeld, Unkraut jäten.
Letzte Woche haben wir auch Samstag gearbeitet, abends waren wir dann wieder in Havellock, in der selben Bar wie letztes Mal. Diesmal sind wir mit dem Taxi gefahren, sodass ich dort diesmal auch den Shot namens "Snickers" probieren konnte, und OMG, das ist das beste, was ich je getrunken habe. Es wurden dann ein paar mehr. Gestern, am Freitag,waren wir erst in einer anderen Bar, dort haben sie uns aber gesagt, dass sie in einer halben Stunde schließen (um 22 Uhr). Also wieder nach Havellock in unsere Turksbar, dort genau dasselbe. Versteh einer das neuseeländische Nachtleben. Gegenüber war noch eine andere Bar, dort fand gerade eine 80er Jahre Party statt, die hatten immerhin bis eins offen. Natürlich waren wir nicht wie alle anderen dort "verkleidet", aber egal. Wir haben uns alle Zöpfe an der Seite gemacht, um besser ins Bild zu passen. Wir waren aber fast die einzigen, die getanzt haben.
Nachdem wir dann nach Hause gefahren sind (übrigends exakt mit dem gleichen Taxifahrer wie in der Woche davor), saßen wir noch bis halb 4 im Wohnzimmer (mit meiner Weihnachtsbeleuchtung :') ) und haben unsere neuen Mitbewohner genervt (vermutlich), indem wir Gitarre gespielt, gekocht, und über den Tod philosophiert haben. Pech gehabt, jetzt sind wir mal dran mit nerven.
Es wohnen jetzt noch zwei Paare bei uns, eins aus Tschechien (das Mädchen spricht ein bisschen Deutsch, aber beide können kein Englisch) und eins aus Chile (da spricht das Mädchen ein bisschen Englisch, der Junge kein Wort. Es ist also etwas schwierig mit der Kommunikation.) Wir sind uns noch nicht so ganz sicher, was qwir von denen halten sollen, eigentlich sind sie die ganze Zeit nur in ihren Zimmern und essen sogar dort. Nur mit der Chilenin kann man sich ein bisschen unterhalten. Umso besser, so gehören Wohnzimmer und Küche ausnahmsweise mal uns. Und Fernseher natürlich. Es gibt nichts besseres, als sich nach acht Stunden Weinreben aufs Sofa zu legen und sich die (ziemlich dämlichen) neuseeländischen Soaps anzusehen.Wir kennen das Fernsehprogramm schon auswendig und passen unseren Tagesplan danach an (montags kommt Castle, also gehört das Wohnzimmer mir, dienstags kommt The Voice, Mittwochs ist Comedyabend mit Big Bang Theory und 2 Broke Girls. Und nach der Arbeit kommt immer Big Brother (was ich aus Prinzip nicht gucken) und Shortland Street. Nein, wir sind überhaupt keine Couchpotatoes.
Jetzt Sitze ich gerade in Osmathus Garden, dem chinesisch gestalteten Park, bei Windstärke 100.000.000. 


Man muss sich anschrwien um etwas zu verstehen, weil der Wind so laut ist.
Eigentlich wollten air heute zum Strand, aber wir haben beschlossen, dad's es zu gefàhrlich ist, weil heute definitiv nicht under Glückstag ist. Heute morgen hatten wir einen Brief im Briefkasten, in dem stand, dass unser Autokennzeichen irgendwie nicht mehr auf uns gemeldet ist, und wir somit nicht damit fahren dürfen. Wenn dass nicht stimmt mit der Abmeldung soll man da anrufen, was wir dann wohl tun müssen. Keine Ahnung, was das soll. Vicis Leggins wurde vom Wind von der Wäscheleine gelistet, und ist nun verschwunden. Und wir sollen jeder 30$ bezahlen, weil jemand unseren Staubsauger kaputt gemacht hat. Und der Preis wird auf sieben Leute verteilt, sie haben einen neuen Staubsauger für 210$ gekauft, obwohl es hier auch welche für 60$ gibt. Kein so guter Tag. Aber kann ja noch werden.

Montag, 3. November 2014

It's a beautiful day ~ Michael Bublé

02.11.14, 21:12, Hastings
Das Wochenende ist jetzt leider schon wieder zu Ende, aber wenn man die ganze Woche gearbeitet hat, kann man es auch so richtig genießen. Freitag haben Vici und ich noch bis halb 3 den Horrorfilm "Halloween" geguckt. Und das obwohl wir Samstag arbeiten mussten und daher um sieben aufgestanden sind. Wir haben auch nur vier Stunden gemacht, es war unglaublich heiß und wir hätten es nicht länger ausgehalten. Also waren wir um 12 schon wieder zu Hause und haben dann eigentlich den ganzen Tag geschlafen. Samstag Morgen, als wir aufgestanden sind, haben wir Chrissy völlig verheilt auf der Couch unten im Wohnzimmer gefunden. Sie war am Abend zuvor mit ihren Arbeitskollegen in einem Pub gewesen, und wir haben uns schon bewundert, dass sie am nächsten Morgen nicht in ihrem Bett lag. Sie ist bei den Deutschen nebenan aufgewacht, mit denen sie zusammen arbeitet, und konnte sich an die zweite Hälfte des vergangenem Abend nicht erinnern. Sie meinte, sie hätte kaum etwas getrunken, daran könnte es also nicht liegen, es hat ihr wohl jemand was ins Getränk gemischt. Und sie hatte total Angst sich total daneben benommen zu haben, unter dem Einfluss von Wer weiß was. Die Nachbarn, Caro und Juli sind dann irgendwann rüber gekommen und haben ihr erzählt, wie der Abend verlaufen ist. Und scheinbar war alles ganz normal, bis sie auf dem Weg nach Hause waren, und Chrissy von einer Sekunde auf die Nächste nicht mehr ansprechbar war, nicht mehr laufen konnte. Sie meinen auch, dass sie irgendwas im Getränk gehabt haben muss. Jedenfalls wollte sie nach dieser Erfahrung am Samstagabend, dem Abend vor ihrem Geburtstag, auf keinen Fall nochmal weggehen. Also sind Caro, Juli und die beiden Jungs mit denen sie reisen, Julis Freund Robert und dessen bester Freund Jason, abends zu uns gekommen und wir haben so in Chrissys Geburtstag rein gefeiert, was auch sehr lustig war. Robert und Jason waren das Comedy Duo des Abends, die beiden erzählen am laufenden Band total verrückte Geschichten, in denen es eigentlich immer um betrunkene Leute geht. Aber so wie die beiden erzählen (und gestikulieren) könnte man stundenlang zuhören und durch lachen. Als Chrissy unsere Geschenke ausgepackt hat, hatten auch alle etwas zu lachen. Sie hatte zu dem Zeitpunkt schon eine gepunktete Jacke an, und eine gepunktete Decke über den Beinen. Dann hatten Vici und ich für sie eine gepunktete Shorts und ein Nagellackset um Punkte auf die Nägel zu machen. In gepunkteten Geschenkpapier. (Sie hat einen kleinen Punktefetisch) Außerdem einen Neuseeland Aschenbecher, ein Feuerzeug und ein Bild von Taylor Lautner in A4 Größe, mit Rahmen. Wenn sie sich einen Mann backen könnte , dann den. hat sie mal gesagt. Dieses Bild schleppen wir jetzt irgendwie immer mit uns rum, und reden mit ihm. Robert und Jason haben sich gar nicht mehr eingekriegt, ala sie das Bild gesehen haben. Und sie waren über zeugt, dass er Jakob heißt.


Als die anderen gegangen sind, haben wir uns noch einen Mitternacht es nach gegönnt (Pommes) und wollten dann eigentlich schlafen gehen, aber dann haben wir gesehen, dass "Halloween 2" im Fernsehen kam. Den mussten wir dann natürlich auch noch gucken, obwohl er bis halb 4 morgens ging.
Heute morgen bin ich dann auch schon um 8 aufgewacht, weil unsere Mitbewohner gepackt haben, sie sind heute Morgen abgereist (sie ziehen zu Alex). Darüber waren wir nicht wirklich traurig, mal wieder haben sie den Begriff "Sharehouse" überinterpretiert. Hier wird scheinbar alles "geshared", unser Müsli, unsere Bananen, unseren Kaffee, haben sie alles mitgenommen. Und dafür ihre versammelten Essenreste für uns da gelassen. Nett.
Neue Mitbewohner haben wir heute nicht mehr bekommen, das Erste Mal haben wir die Wohnung nur zu dritt, was echt cool ist.
Vici und ich haben für Chrissy arme Ritter zum Frühstück gemacht, und ihr das ans Bett gebracht. Eigentlich wollten wir danach an den Ocean Beach fahren, aber Caro und Juli hatten etwas für sie geplant, wollten aber nicht sagen was, und meinten es ist wahrscheinlich sou! 16 Uhr so weit. Erst fanden wir das ziemlich doof, aber irgendwie war der Tag dann trotzdem super. Es wart wieder richtig heiß, wir waren (mal wieder barfuß) einkaufen und haben uns dann in den Garten gesetzt, bzw die Raucherecke. Da stehen (überdacht) ein paar Gartenstühle und ein Tisch, und eigentlich sind da alle immer nur zum Rauchen (es rauchen echt ALLE hier außer mir) aber heute haben wir fast den ganzen Tag dort verbracht. Wir haben uns in den Schatten gedrängt, eine Plastik box mit kaltem Wasser gefüllt, für unsere Füße, den ganzen Tag Bier getrunken, Eis gegessen, Pralienen gegessen (Chrissys " Geburtstags Kuchen" aus dem Paket von ihren Eltern, Nägel lackiert und uns ausgemalt, wie das aussehen würde, wenn jetzt die neuen Mitbewohner kommen würden und wir so da draußen sitzen. Mit Taylor. Der hatte sogar auch ein Bier und Jason, der irgendwann rüberkam und sich zu ums gesetzt hat, hat uns für völlig durchgeknallt erklärt, als wir ihm mitgeteilt haben, dass wir es unhöflich finden, dass er mit uns anstößt aber nicht mit Taylor (also dem Bild). 




Dann irgendwann kamen Juli und Caro und meinten sie waren jetzt fertig. Sie hatten auf der Wiese vor unserem Haus einen Tisch aufgebaut, mit gepunkteter Tischdecke. In den Bäumen hingen gepunktete Luftballons und "Happy Birthday" Banner. Und sie haben Kuchen gebacken. 




Also saßen wir dann dort uns es kam auch noch ein Neuseeländer, der mit Chrissy, Caro und Juli arbeitet. Von da an ging es in den Gesprächen auch nur noch um deren Arbeit, da konnten Vici und ich natürlich nicht mitreden. Aber egal, es war ja schließlich Chrissys Geburtstag. Vici und ich haben dann zum Abendbrot nochmal unsere bombastische Lasagne gemacht (mit echtem Fleisch :') ) und dann kam sogar noch Chrissys Chef vorbei, um ihr zu gratulieren. Der war auch dabei, als die Freitag im Pub waren.
Unsere Wohnung sieht jetzt ziemlich cool aus, zusätzlich zu der Palmen Landschaft haben wir jetzt noch einen Elefanten mit Kreise an die Wand gemalt, die Punkte Luftballons hängen an einem Band vorm Fenster im Wohnzimmer. Die Punktetischdecke auf dem Tisch, aas Taylorbild und Chrissy hat darauf bestanden das Punkte Geschenk Papier an die Wand zu hängen. Alles in allem ein ziemlich toller Tag. Morgen gehts dann wieder früh los, zu den Apfelbäumen :'(




PS: Chrissys Familie hat sich die ganze Zeit über mich schlapp gelacht, während sie heute Morgen mit Chrissy geskypt haben, weil ich im Hintergrund mit einem Schuh bewaffnet durchs Bild gelaufen bin und versucht habe die 10.000.000.000 Fliegen in unserem Wohnzimmer zu töten. Erfolglos.