Samstag, 21. Februar 2015

Wish I could be part of that world ~ The Little Mermaid

22.02.15, 17:08, Blenheim
Unseren Zwiebeljob haben wir am Donnerstag beendet. Wir mussten die Blüten, die wie weiße Puschel aussehen, abschneiden und jeder hatte einen Eimer, mit dem er die abgeschnittenen Blüten zu großen Kisten tragen konnte, die von Baggern hinter uns her gefahren wurden.
Die Zwiebelfelder waren alle riesig groß, das Ende konnten wir immer erst nach einer Stunde Arbeit sehen. Es waren tatsächlich 40 Leute am arbeiten, alle in unserem Alter. natürlich waren wieder viele deutsche dabei, aber auch Aisiaten, Engländer und Australier. Es ist entspannter mit so vielen Leuten zusammen zu arbeiten, nicht unbedingt weil man sich allzu viel unterhält, sondern weil man sich nicht so verloren vorkommt, auf dem riesigen Feld, und es relativ schnell voran geht.
Die Felder waren leider alle sehr weit weg, wir haben uns immer um 20 vor 7 mit allen getroffen und sind dann als Kolonne gefahren, angefangen haben wir dann aber erst um halb 8, so lange hat die Fahrt gedauert. Wir mussten also um 20 vor 6 aufstehen, wenn es noch dunkel und richtig kalt war. Schlimm fand ich daran nur, die stinkenden Arbeitsklamotten anzuziehen, der Zwiebelgeruch ist derart stechend und ekelhaft, dass einem fast schlecht wird.
Die Zeit beim arbeiten verging glücklicherweise immer relativ gut, es sei denn es war sehr heiß. Hier hat es schon seit Wochen nicht mehr geregnet, heute zum ersten Mal wieder. Selbst mit dem Wissen, dass vermutlich jeder in Deutschland gern tauschen würde, zum Ende hin habe ich mir nur noch gewünscht, dass es wenigstens einen Tag mal bewölkt und kalt ist, am Wochenende konnten wir tagsüber nicht mal rausgehen, weil die Sonne derart intensiv, grell und unangenehm war.

Wir haben fünf Tage gearbeitet, immer von halb 8 bis drei. Das Geld ist allerdings immer noch nicht da, was uns wirklich ärgert. Der Arbeitsvermittler, Damien, meinte wir sollen ihm Bescheid sagen, falls er Probleme damit gibt, aber er antwortet nicht. Und inzwischen sollte auch die Kaution auf unsere Konten überwiesen sein, die wir Ladi gezahlt haben, als wir in Hastings angekommen sind. Einen Monat nachdem man ausgezogen ist sollte man die 100$ zurückbekommen. Ladi hat mir auf meine SMS hin geschrieben, dass das Geld 'bald' da sein wird, und dass wir eh nicht die gesamte Kaution wieder bekommen, weil er nachdem wir ausgezogen sind eine Putzfirma beauftragt hat sauber zu machen. Was ziemlicher Quatsch ist, weil wir alles sehr sauber und ordentlich hinterlassen haben, so sauber war es nicht mal als wir angekommen sind. Alles ziemlich ärgerlich.
Morgen bringen wir Kevin zum WOF, dem neuseeländischen TÜV. Wir hoffen dass nicht allzu viel gemacht werden muss und dass wir ihn bald wieder bekommen. Wir würden uns nämlich jetzt eigentlich einen Job auf einem Weingut suchen, aber das können wir erst wenn wir Kevin wieder haben.

Am Freitag haben wir dann mal das Nachtleben von Blenheim ausgekundschaftet... Zuerst waren wir in einer winzigen Bar mit Livemusik, wo aber alle Leute irgendwie stones gewirkt haben, also sind wir schnell wieder gegangen. Dann haben wir noch eine andere Bar gefunden, die dem Turks in Hastings eigentlich ziemlich ähnlich war. Am Anfang war nur seine kleine Menschengruppe da, war wohl so eine Art Junggesellenabschied, aber nachdem wir die Tanzfläche belagert haben, ist es immer voller geworden.
Chrissy ist zwischendurch kurz ausgerastet, weil der DJ sich geweigert hat "I want it that way" zu spielen.
Und wer stand dann plötzlich vor uns? Evan, der Manager vom Turks, auf dessen Hausparty wir an Sylvester waren! Er konnte sich tatsächlich an uns erinnern. Wir haben uns gar nicht mehr eingekriegt, was für ein Zufall, dass er genau an diesem Wochenende in Blenheim war, und genau am gleichen Abewnd in die gleiche Bar wie wir gegangen ist.

Heute hatten wir alle drei vor, uns einen Lebenstraum zu erfüllen: Mit Delfinen schwimmen!
Für 130$ haben wir die Bootsfahrt gebucht, die Wahrscheinlichkeit dabei Delfine zu sichten beträgt 95%, die Wahrscheinlichkeit mit ihnen schwimmen zu können 80%.
Es war alles sehr professionell gestaltet, wir haben Neoprenanzüge und Schnorchel bekommen, die wir die ganze Fahrt über anhatten. Vorher wurde uns was über die unterschiedlichen Delfinarten in den lokalen Gewässern erzählt, und wir haben eine Einweisung bekommen, wie wir uns im Wasser verhalten sollten. Wir wurden angewiesen nicht viel rumzuplantschen sondern Geräusche zu machen, um die Delfine anzulocken.
Es war sehr bewölkt und relativ kühl heute Morgen, aber zum Glück hat die Tour trotzdem stattgefunden. Die Landschaft allein war schon wirklich schön, es ging wieder mitten durchs Fjordland. Wir haben einige Pinguine im Wasser gesehen, und einen Seehund, der versucht hat einen riesigen Oktupus zu fressen. Er hat sich immer wieder im Wasser herumgewälzt und hat lustige Laute von sich gegeben.
Und dann haben wir endlich Delfine gesehen! Es waren Hektordelfine, diese werden nur etwas Länger als einen Meter, und es gibt sie nur in Neuseeland! Leider handelt es sich um eine bedrohte Art, deshalb dürfen die Boote zwar an sie heran fahren, man darf aber nicht mit ihnen schwimmen. Es war trotzdem ein unglaubliches Erlebnis diese Tiere zu beobachten, sie sind sehr zutraulich und haben ganz offensichtlich ihren Spaß daran, das Boot immer wieder zu umkreisen und die Menschen darauf zu beobachten. Einige haben tolle Sprünge gezeigt, sind völlig synchron nebeneinander hergeschwommen und haben sich immer wieder im Wasser gedreht und gewendet. Immer wenn sie aufgetaucht sind, gab es ein lustiges Geräusch, als ob sie stoßartig ausatmen. Eine halbe Stunde lang sind wir in der Bucht geblieben, wo etwa 10 Hektordelfine um uns herumgetollt sind. Alle Passagiere waren wie gebannt, man kann tatsächlich den Blick nicht abwenden.
Wir sind dann noch weiter gefahren, um nach anderen Delfinarten zu suchen, mit denen man auch schwimmen darf. Wir haben heißen Kakao und Kekse bekommen und sind noch zwei Stunden lang gefahren, aber leider haben sich keine Delfine mehr blicken lassen. Wir haben aber noch einige Seehunde gesehen, die sich gemütlich auf einem Stein getakelt und gesinnt haben, und durften einmal kurz zum Schnorcheln ins Wasser springen, auch wenn keine Delfine da waren.
Mit dem Neoprenanzug war das wirklich lustig, man treibt richtig auf der Oberfläche und spürt das Wasser Oberhaupt nicht. Das Wasser war unheimlich klar, man konnte jede Einzelheit des fünf Meter entfernten Meeresbodens sehen (wir sind in der Nähe eines Fjordes ins Wasser gegangen, deshalb war es dort so flach), aber so richtig viel gab es nicht zu sehen.
Wir waren schon etwas enttäuscht, als es wieder an Land ging, aber dann hat uns eine Mitarbeiterin gefragt ob wir noch länger in der Gegend sind, denn dann können wir die Tour umsonst nochmal machen! Das ist wirklich Klasse, wir wussten nur, dass man die 30$ zurückbekommt, wenn man nicht mit Delfinen schwimmen kann, wir hatten ja trotzdem die Bootstour und haben Delfine gesehen. Aber so bekommen wir nochmal die Gelegenheit nicht nur Delfine zu sehen, sondern hoffentlich auch mit ihnen zu schwimmen!
Es war in der Gruppe auch eine ältere Frau aus Deutschland dabei, die mir sehr leidtat: Sie hat die Tour schon zum zweiten Mal gemacht (beim ersten Mal allerdings auf der Nordinsel), und da durfte sie nicht !it den Delfinen schwimmen, weil ganz viele der Delfine Babys hatten, und nun hat es schon wieder nicht geklappt! Ich hoffe wir haben mehr Glück.

Mittwoch, 11. Februar 2015

So soll es sein, so kann es bleiben ~ Ich + Ich

11.02.15, 22:18, Blenheim
Die Fahrt von Auckland nach Taupo war für Chrissy und Vici, die die ganze Zeit über wach waren, wohl sehr anstrengend. Ich hab es mir mit Decke und Kissen auf der Rückbank bequem gemacht und fast die ganze Zeit geschlafen. Wir sind etwa fünf Stunden gefahren und auf dem Campingplatz in Taupo (der unheimlich unerfüllt war, weil er kostenlos ist) um 8 Uhr morgens angekommen. Dort haben wir dann schnell noch das Zelt aufgebaut und haben versucht noch ein paar Stunden zu schlafen - leider war es extrem kalt.
In Taupo sind wir noch eine Nacht geblieben, dann sind wir nach Wellington gefahren. Der Weg allein war ziemlich cool,  der Highway nennt sich "Desert (Wüsten) Highway", und sieht wirklich toll aus. Es gab sogar ein Schild, auf dem stand, dass es in dieser Region Wildpferde gibt, wir haben aber leider keine gesehen.
Wellington hat mir schon auf den ersten Blick hundert mal besser gefallen als Auckland. Es gibt natürlich auch Hochhäuser, aber es hat trotzdem ein nettes Flair. Es gibt eine Fußgängerzone, interessante Geschäfte und extrem viele schöne Bars, Cafés und Restaurants.
Unser Hostel war auch in Ordnung, und wir haben dort Robert aus der 20 getroffen. Die Gruppe hat sich getrennt: Jason und Juli sind noch auf der Südinsel unterwegs, Caro arbeitet in Blenheim und Robert ist von der Südinsel wieder zurück nach Wellington, und will wieder nach Hastings in die Whitehead Mews um dort zu arbeiten. Es gab da so einige Probleme in der Gruppe, ich bin wirklich froh, dass es zwischen Chrissy, Vici und mir meistens ziemlich gut funktioniert.
In Wellington haben wir uns am nächsten Tag das Te Papa Museum angeguckt: Das neuseeländische Nationalmuseum. Der Eintritt ist kostenlos, was wirklich unglaublich ist, soviel wie einem dort geboten wird. Es ist unmöglich sich alles anzuschauen, bzw alle Informationstexte zu lesen.
Zuerst ging es um Natur und Tiere: Besonders auf Naturkatastrophen wurde eingegangen. Wir konnten uns in ein mechanisches Haus stellen, in dem ein Erdbeben simuliert wurde. Das war wirklich schon ziemlich gruselig, und in Wirklichkeit war das letzte große Erdbeben in Christchurch noch 50 mal stärker als die Simulation.
Wir haben dort auch herausgefunden, dass es vor einigen Jahrzehnten auch ein Erdbeben in Hastings gab, ein sehr starkes sogar, dass die komplette Innenstadt zerstört hat, alle Gebäude dort sind also relativ neu...was man aber wirklich nicht sieht.
Im hinteren Teil dieses Stockwerkes gab es hunderte von Skeletten verschiedenster Meeresbewohner. Das eines Wals hat fast das die komplette Decke eingenommen, i h würde es auf ca 50m Länge einschätzen. Außerdem gab es einen Originalen Tintenfisch, doppelt so groß wie ich, der eingefroren wurde. Der wurde allerdings in der Nähe der Antarktis gefunden, wenn ich es richtig verstanden habe der größte, der je gefangen wurde. Man konnte sich in 3D ein Video anschauen, wie der Tintenfisch im der Tiefsee gelebt hat, und dann gefangen wurde, was vor allem in 3D wirklich beeindruckend war. Im nächsten Stockwerk ging es um die Maorikultur, wo man in das Versammlungshaus gehen konnte (man musste die Schuhe ausziehen und durfte keine Fotos machen, um die Geister nicht zu verscheuchen) und es waren viele Gegenstände wie zB Waffen, oder ein riesiges Kanu ausgestellt.
Als nächstes konnte man eine Zeitreise durch die komplette Geschichte Neuseelands machen, von der Entdeckung über Besiedlung, Unabhängigkeit von England, Neuseelandkriege, 1. und 2. Weltkrieg (Neuseeland hat England militärisch unterstützt und war schon immer von europäischen Exporten abhängig, daher war es auch von den Weltkriegen stark betroffen obwohl im Land selber nicht gekämpft wurde), Frauenrechte (das Frauenwahlrecht wurde von Neuseeland als erstes Land eingeführt),... Zu jedem noch so kleinem Event oder gesellschaftlichen Veränderungen gab es einen nachgebauten Raum, mit Puppen und Einrichtung, um die Lebensumstände darzustellen. Außerdem viele kurze Filme, Original Radiosendungen, Urkunden,... ich habe mir immer nur schnell die Informationstexte durchgelesen, und selbst dafür habe ich eine Stunde gebraucht. Oben gab es noch  eine Ausstellung zu neuseeländischer Kunst und einige andere, kostenpflichtige Ausstellungen, die wir uns aber nicht angesehen haben. Wir sind lieber etwas essen gegangen und sind dann noch ein bisschen durch Wellington gebummelt. Eine wirklich tolle Stadt, in der ich zu gern noch länger geblieben wäre, aber wir hatten unsere Fähre auf die Südinsel schon gebucht.

Am nächsten Tag haben wir uns von Robert verabschiedet und sind dann gegen Mittag zur Fähre gefahren. Die Überfahrt hat drei Stunden gedauert, wir haben und am Anfang schnell jeder ein Sofa gesichert und dann ein bisschen gelesen, heiße Schokolade getrunken, Sandwiches gegessen,... Es war auch gar nicht so schaukelig wie alle uns vorher erzählt haben. Draußen war es am Anfang extrem windig, aber als wir durch das [wunderschöne] Fjordland der Südinsel gefahren sind, war es ganz angenehm.

Wir hatten schon von Wellington aus das Internet nach Arbeitsstellen auf der Südinsel durchforstet, und viele Leute angeschrieben (Es gibt eine spezielle Seite, backbackerboard.co.NZ, wo man als Backpacker Arbeitsanzeigen durchsuchen kann), bis auf eine Antwort von einem Wirkung Hostel war aber nichts richtiges dabei. Also sind wir dorthin, ins "Cherrycamp" in Blenheim.
Blenheim ist DIE Stadt für Backpacker, die Arbeit auf der Südinsel suchen. Alle Hostels hier versprechen, bei der Arbeitssuche zu helfen.
Das Cherrycamp hat uns sofort super gefallen, die Besitzer, ein älteres Ehepaar, sind totale Hippies und sehe freundlich. Es ist gar nicht wie in anderen Hostels hier, es gibt nur eine handvoll Zimmer, ausder ums wohnen hier nur noch vier andere Leute (Zwei Franzosen und ein Paar aus zwei verschiedenen Ländern, bin mir nicht sicher aus welchen). Es gibt auch nur eine Dusche und ein Klo, und eine kleine Küche. Ich wohne im Einbettzimmer und Chrissy und Vici im Doppelzimmer. Das ist wirklich entspannt, wenn man seit August nicht einmal ein Zimmer ganz für sich hatte. Es ist total gemütlich hier, Die Wände sind hellblau, es gibt einen Schreibtisch mit Stuhl, Nachttisch, Regal, sehr sehr gemütliches Bett, Teppich, Regal, Spiegel und sogar einen Fernseher! Nur leider ohne Ton... Von !einem Zimmer kann ich direkt auf die Terrasse draußen. In allen Zimmern hängen Leinwände mit sehr schönen Landschaftsbildern, die die Hostelmutterr selbst gemalt hat.
Der Aufenthaltsraum, im Prinzip ein normales, hübsches Wohnzimmer, hat drei Couches, einen Fernseher und ein Bücherregal, doert haben ich einen deutschen Thriller gefunden, den ich jetzt lese.
Arbeit, so wurde uns erzählt, gibt es leider noch nicht, vielleicht nächste Woche.
Nachdem wir endlich mal wieder ausgeschlagen hatten, habe ich nochmal bei Backpackerboard nachgeschaut, ob es neue Anzeigen gibt. Und tatsächlich, es wurden 40 (!) Leute für Onion Seeding gesucht, was auch immer das ist. Schnell habe ich dorthin geschrieben, und kurze Zeit später lkam auch schon eine Antwort, wir sollen uns heute Abend mit dem Arbeitsvermittler in einem Hotel treffen.

Den Tag über haben wir uns Blenheim ein bisschen angeschaut, eine nette Stadt, ungefähr so groß wie Hastings vom City Centre her. Es gibt ein paar schöne Walking Treks in der Gegend.
Am Abend im besagten Hotel waren noch 9 andere Backpacker dort für den selben Job, 6 davon Deutsche. Der Mann, der uns dort hin bestellt hat, hat einen ähnlichen Job wie Ladi, wirkte aber um einiges kompetenter. Die verschiedenen Plantagenbesitzer rufen ihn an, wenn sie Arbeiter brauchen, und er kümmert sich dann darum. Umgekehrt können wir uns von jetzt an an ihn wenden, wrnn wir bei der Arbeit Probleme haben, oder uns krankmelden wollen, er Vermittelt zwischen uns und den Farmern. Er hat uns ganz genau den Ablauf, unsere Recht, Versicherung etc erklärt, und dann haben wir den Arbeitsvertrag unterschrieben! Der Job geht 8-10 Tage, danach können wir vermutlich mit Vineyard Arbeit weiter machen. Schon morgen geht es los! Wir haben mal wieder unverschämtes Glück gehabt, die aus der 20 haben in Blenheim Ewigkeiten nach Arbeit gesucht, und es dann aufgegeben (außer Caro, mit der haben wir uns im Anschluss noch kurz getroffen, sue hat Arbeit in einer Saluzfabrik). Dadurch dass wir auf den Cookinseln waren, sind wir nun zu einer guten Zeit hier und haben nun schon nach dem 1. Tag hier Arbeit gefunden.

Donnerstag, 5. Februar 2015

La isla bonita ~ Madonna

31.01.15, 01:18, Rarotonga (Cook Islands)
Heute Morgen sind wir vom Regen aufgewacht, und genauso endet der Tag nun auch.
Es war gar nicht so einfach den Flughafen, dann das richtige Terminal und den Check-in zu finden, in dieser Stadt ist einfach alles unübersichtlich.Wir haben letztendlich aber alles gefunden und saßen pünktlich im Flugzeug. Die Flugzeit betrug 3,5 Stunden, die auch wirklich schnell vorbeigegangen sind (vor allem wenn man bedenkt wie lang der Flug von DeutschlNd nach Neuseeland im Vergleich war). Diesmal gab es auch keine Fernseher und nichts zu essen, wir haben ja einen Billigflug genommen. Wir hatten einige Turbulenzen,aber nichts Dramatisches.

Als wir das Flugzeug verlassen haben (man kommt nicht direkt im Flughafen raus, man muss erst vom Flugzeug zum Flughafen laufen), haben wir uns ziemlich erschrocken, die Luft war unheimlich warm und feucht, total ungewohnt.
Der Flughafen von Rarotonga ist winzig aber total schön. Überall stehen Palmen und die Mitarbeiter tragen Hawaiihemden und Blumen in den Haaren. Es gab sogar Livemusik von einem Mann, ebenfalls in Hawaiihemd und mit Blumenkette. So eine haben wir auch bekommen, von unserem Busfahrer. Und dazu jeder eine kleine Wasserflasche. Was für ein Service!
Im Edge Walter Resort angekommen hatten wir ein paar Probleme mit der Bezahlung, mehrere Karten wurden nicht akzeptiert und der Bankautomaten war kaputt. Wir haben es aber hin bekommen. Von der Rezeption wurden wir mit einem kleinen Gefährt (ähnlich wie ein Golfcart) noch zu unserem Zimmer gebracht. Nachdem man uns unsere Rucksäcke ins Zimmer getragen hat (!), sind wir alle zusammen auf das Doppelbett gesprungen und haben einen Freudenschrei ausgestoßen - so luxuriös hatten wir uns unsere Unterkunft nun wirklich nicht vorgestellt. Die Betten sind sehr gemütlich (vor Allem wenn man ein paar Wochen lang gezeltet hat), es gibt einen Fernseher, Kühlschrank, Kaffee und Tee kann man sich jederzeit im Zimmer machen. Morgens bekommen wir ein Frühstücksbuffet. Und zum Glück gibt es hier Airconditioning, wir müssen es also nicht in der Hitze aushalten.

Wir waren dann natürlich erstmal an der Bar, die zum Hotel gehört, und haben unsere Ankunft gefeiert. Es war schon dunkel, deshalb konnten wir noch nicht viel von der Landschaft und der Hotelanlage sehen, aber der Pool, Frühstücksraum, Bar und Zimmer sehen schonmal toll aus. Der Strand beginnt ca drei Meter hinter unserem Balkon- und das obwohl wir eigentlich ein Zimmer ohne Meerblick gebucht hatten.

Leider regnet es schon den ganzen Abend, das hatten wir befürchtet, wir sind nämlich in der Regenzeit hier. An der Rezeption meinten sie, dass es morgen wohl auch noch regnen soll, aber danach nicht mehr.

Etwas gestört wurde das Backpacker Deluxe Feeling von einer Daumenlangen Kakerlake, die plötzlich unter Vicis Bett hervorgerast (gerast ist definitiv das passende Wort, das ist nicht normal wie schnell die sind). Irgendwann haben wir uns dann beruhigt und sie irgendwie tot bekommen - das Insektenspray in unserem Zimmer war eher weniger effektiv. Jetzt gucken wir auf jeden Fall immer erstmal unter die Kissen und unters Bett bevor wir schlafen gehen.

04.02.15, 20:31, Rarotonga
Rarotonga ist einr wirklich wunderschöne Insel, genau wie man sich das vorstellt mit kristallblauem Wasser, Palmen, tropischen Fischen,...
Geregnet hat es kaum noch, es war oft bewölkt aber trotzdem immer warm. Wenn die Sonne scheint sieht das Meer unglaublich schön aus mit seinen verschiedenen Blautönen.
Das Resort ist wirklich toll. Morgens gibt es ein tropisches Frühstücksbuffet mit verschiedenen Säften, viel Obst, Müsli, Brot und Marmelade. Man sitzt dabei direkt am Wasser und hat einen super Ausblick. Dann geht's an den Pool, der sich direkt am Meer befindet und eine angenehme Erfrischung bietet, das Meer ist nämlich ziemlich warm. Es gibt eine "Activity Hut", eine kleine Hütte wo man den ganzen Tag Aktivitäten machen kann (zum Beispiel stehen dort Tanzstunden, Ukulele spielen, Trommeln und Blumenkränze flechten  auf dem Programm). Aber irgendwie findet immer nur die Hälfte vom angekündigten Programm tatsächlich statt. Man bekommt dort aber auch kostenlos Schnorchel und Flossen für zwei Stunden, und Badeschuhe, weil es hier giftige Steinfische gibt.

Vom Schnorcheln war ich schon immer begeistert und Rarotonga ist der perfekte Ort dafür. Es ist unglaublich was man hier alles beobachten kann! Abgesehen von den ganzen farbenprächtigen (und teilweise ziemlich großen) Fischen, habe ich auch Seeigel, so groß wie ein Rucksack gesehen, riesige blaue Seesterne und Korallen. Die Fische haben überhaupt keine Angst vor einem, eine bestimmte Fischart ist immer sehr schnell auf mich zugeschwommen, was ich irgendwie gruselig fand, also bin ich immert schnell weg. Einmal war ich aber zu langsam, und da hat mich der Fisch ernsthaft in den Finger gebissen, es hat geblutet! Danach habe ich einen Bogen um diese Fische gemacht.

Irgendwann Mittags haben wir meistens etwas Kleines im Hoteleigenen Restaurant gegessen, oder einen Cocktail getrunken, wie sich das gehört. Abends saßen wir dann entweder auf dem Balkon oder drinnen, und haben Filme geguckt, hier gibt es nämlich einen Sender der die ganze Zeit Disneyfilme zeigt. Und die Cook Island Nachrichten haben wir uns auch oft angesehen, es ist so lustig wie unprofessionell Nachrichten und Werbung hier wirken, im Vergleich zu Deutschland oder Neuseeland. Hier kommt in den Nachrichten, dass eine Schule in ein anderes Gebäude verlagert wurde...und auch dass hier gerade das Traumschiff gedreht wird, wir dachten wir hören nicht richtig als plötzlich deutsch im Fernsehen gesprochen wurde!

Nach dem letzten "Kakerlakos-Checkos" (insgesamt hatten wir bestimmt schon sechs in unserem Zimmer, und einen Gecko), geht es dann ins Bett.

Am ersten Tag sind wir ins "City Centre" gefahren, um etwas fürs Abendbrot (Instant Noodles natürlich :D) einzukaufen. Es fahren zwei Busse: Einer im Uhrzeigersinn und einer in entgegengesetzter Richtung um die Insel. Es gibt nur eine einzige Straße, die am Strand entlang verläuft. Es dauert gerade mal 45 Minuten die Insel einmal zu umrunden, vermutlich könnte man das auch zu Fuß auf einer Tagestour. Auf der Fahrt sieht man, dass die Menschen hiet nicht viel Geld haben, außer den luxuriösen Resorts sehen die Häuser eher heruntergekommen aus. Es gibt auch nur zwei Schulen, die Weiterbildungsmöglichkeiten werden vermutlich begrenzt sein.

Es leben nur Menschen auf Rarotonga, 10.000, und die Bevölkerung nimmt stark ab. Viele junge Leute wandern nach Neuseeland oder Australien aus, da die beruflichen Perspektiven dort besser sind.

Auf der Busfahrt haben wir nichts als grün gesehen, die
Kokospalmen sind allgegenwärtig, und auch sonst ist aller voller Pflanzen, der Boden ist komplett damit bedeckt und nur durch die wenigen Häuser unterbrochen. Im Zentrum der Insel befinden sich Berge mit vulkanischem Ursprung, diese sind nur zum Teil erschlossen und daher gibt es dort auch keine Straßen. Die Insel ist 67km² groß.
Die Menschen hier sehr freundlich und wirken ausgesprochen lebensfroh, zur Beschäftigung fährt man hier offenbar mit Motorrad oder Moped um die Insel herum, oft sitzen sogar kleine Kinder hinter dem Fahrer, einen Helm trägt niemand. Dafür aber Blumenkränze, Blumenketten oder einzelne Blumen in den Haaren. Selbst die Nachrichtensprecherin hatte einen Blumenkranz auf dem Kopf.
Rarortonga lebt fast ausschließlich vom Tourismus, Landwirtschaft gibt es kaum. Es gibt viele kleine Bars, Souvenirgeschäfte und Hotels, dafür aber nur einen Supermarkt.
Es wird ein "Island Cruise" angeboten, eine Rundfahrt mit dem Schiff, bei der man auch tauchen und schnorcheln kann, und eine "Island Night", eine Kultur Show aus Tanz, Gesang und Musik. Beidres aber leider unheimlich teuer.

An meinem Geburtstag haben wir reingefeiert, und hatten sehr viel Spaß dabei. Auf der dauerhaft ungenutzten Bühne hinter der "Activity Hut" haben wir unsere "I want it that way" Performances  vollzogen (es gab zwar kein Publikum aber sicher Kameras, wir rechnen quasi jeden Tag mit einem Jobangebot für eine ganz eigene Show auf der Insel).

Heute war leider schon der letzte Tag auf Rarotonga, die Zeit ist unheimlich schnell vergangen. Zum Abschluss waren wir Essen, es gab ein "All you can eat" Pizza Buffet, bei den Mengen die wir verdrückt haben, überlegen die sich zukünftig sicher ob das wirklich gewinnbringend ist.

Morgen Abend geht unser Flug, von Auckland, wo wir früh morgens landen werden, fahren wir dann direkt weiter bis nach Taupo, wo wir noch einmal campen, dann geht es ins Hostel nach Wellington, Neuseelands Hauptstadt. Von dort kann man mit der Fähre auf die Südinsel fahren, wo wir dann hoffentlich schnell Arbeit finden.