13.07.15, 20:27, Wanaka
Ein ereignisreicher Tag liegt hinter mir! Aber der Reihe nach.
Die letzte Woche am Mt Cook lag ich größtenteils krank im Bett und bin nur zum Arbeiten aufgestanden (nicht zum Essen, was sich als eine SCHLECHTE Idee erwiesen hat). Am letzten Tag war ich glücklicherweise wieder auf dem Damm und konnte ein letztes Mal den Kea Point Track machen.Inzwischen lag wieder neuer Schnee und bei dieser letzten Wanderung ist mir klargeworden, wie sehr ich alles dort vermissen werde. Die wunderschönen Berge, die Stille, das Hostel, die Dominosabende, die Leute,...
Aber man soll ja gehen wenn es am schönsten ist.
Ich habe auch nochmal im Museum vorbeigeschaut und dann zwei Stunden dort verbracht, weil es wirklich interessant war. Es wird erklärt wie die Gletscher entstehen und wie sie sich bewegen, was für Pflanzen und Tiere es am Mt Cook gibt (an Tieren eigentlich nur Opossums, Hasen und Vögel wie Falken und die berühmten Keas) und wie Leute den Mt Cook bestiegen haben, gescheitert sind und von Lawinen überrascht wurden. Am interessantesten fand ich die Rettungsgeschichten. Einige Rettungsaktionen hasben sich über Tage hinweg gezogen, die Verletzten mussten unter Eis und Schnee und Essen überleben. Edmund Hillary hat den Mt Cook bestiegen doch srine Begleiterin hat sich verletzt und sie mussten einige Nächte auf dem Berg ausharren und auf Hilfe warten. Im Museum ist eine der Hütten nachgebaut, die Bergsteigern als Unterkunft dienen.
Außerdem gibt es ein Modell des gesamten Gebirges, wenn man auf beschriftete Knöpfe drückt leuchten Lämpchen darin auf, sodass man sieht wo sich was befindet.
An meinem letzten Abend durfte ich entscheiden was wir machen, daher ist es wieder eine lange und lustige Dominosrumde geworden.
Am nächsten Tag um halb drei bin ich (nachdem ich mich mit der Andeutung verabschiedet habe, dass ich demnächst mit meiner Familie im Schlepptau wieder auftauchen werde) in den Bus nach Queenstown gestiegen. Ich wollte eigentlich direkt nach Wanaka aber von Mt Cook nach Wanaka gibt es keine Verbindung, also musste ich einen Übernachtungsstop in Queenstown einlegen.
Etwas traurig habe ich auf das Mt Cook Village zurück geblickt, als der Bus auf den Highway gefahren ist.
Die Fahrt war etwas anstrengend weil der Busfahrer fast ununterbrochen geredet hat (es war seine erste Fahrt), aber die Landschaft war wunderschön anzusehen. Als es später dunkel wurde konnte man erst einen tollen Sonnenuntergang und dann die Sterne sehen, und es war sehr gemütlich im warmen Bus.
Der Busfahrer hat merkwürdigerweise an einem Obstladen mitten in der Pampa angehalten und alle dazu animiert Obst zu kaufen (es gab aber asich ganz viele andere Sachen, Schokolade mit Kiwi drin, Honig, kleine Geschenke, Süßigkeiten.
In Queenstown angekommen war es gar nicht so einfach das Hostel im Dunkeln, mit dem nun doch sehr schwere Rucksack zu finden. Aber ich hatte mir extra eins rausgesucht, dass nah am Busstop liegt.
Meine erste Anlaufstelle nachdem ich eingecheckt hatte war Dominos Pizza! Es war schon halb sieben und seit einem Monat hatte ich keine Möglichkeit gehabt irgendeine Form von Fastfood zu kommen. Was mich abgesehen von der Pizza auch nicht gestört hat.
Als ich frisch gestärkt wieder ins Hostel zurückkehren wollte haben mich auf dem Weg zwei Feuerwehrautos mit Sirenen überholt, wobei ich mir erstmal nichts gedacht habe.
Als ich aber näher ans Hostel kam fiel mir auf dass die Menschenmasse auf der Straße ungewöhnlich groß war und sich keinen Meter bewegte. Es hatte gerade einen Feueralarm im Hostel gegeben und keiner wusste so richtig was los war. Direkt neben mir stand ein Typ nur im Handtuch und nass, weil er gerade in der Dusche gewesen war. Alle haben ihn ein bisschen ausgelacht weil es mega kalt war und man ja wenigstens schnell nach seinen Klamotten hätte greifen können.
Nach 20 Minuten durften wir dann auch wieder rein, es hatte offenbar kein Feuer gegeben. Ich bin dann auch früh schlafen gegangen, der Bus am nächsten Morgen ging um 8.
Als ich um viertel nach sieben in die Küche gegangen bin hatte ich erwartet allein zu sein, aber alles war voller Menschen: Skifahrer, die früh aufstehen um bis in die Skigebiete fahren zu können und dann dort den ganzen Tag zu verbringen. Queenstown ist im Moment voll mit Skifahrern, interessant ist, dass alle Läden sich dies zum Anlass nehmen um Schneeflocken, Schneemänner, und auch Weihnachtsmänner in ihre Schaufenster zu hängen.
Mein nächster Busfahrer war glücklicherweise weniger gesprächig, die Landschaft war wieder toll. Es ging gerade die Sonne zwischen den Bergen auf, dadurch wurden sie von rosa Schatten durchzogen, und der See war eine einzige, glatte rosa Fläche.
Wir sind später an Neuseelands längsten Fluss vorbeigefahren, der sich durch eine tiefe Schlucht neben dem Highway windet und eine tief grüne Farbe hat, was einfach nur genial aussieht.
Um 10 bin ich in Wanaka angekommen, konnte aber noch nicht einchecken. Also habe ich mein Gepäck im Hostel weggeschloossen und habe mich auf Erkundungstour durch Wanaka gemacht.
Erstmal wollte ich mir die Läden ansehen, von denen es weniger gab als ich dachte. Es gibt nicht mal Cotton On (eine Kleidungsgeschäftskette) und leider auch keine 1$ Läden. Die Souvenirläden können auch nicht sonderlich viel. Dafür ist die Promenade am Seeufer sehr schön, es gibt viele nette Bars und Cafés. In einem davon bin ich eingekehrt und habe über einem Chai Latte die Wanaka Broschüre studiert, die ich mir vorher im Visitor Centre besorgt habe.
Daraus konnte ich entnehmen, dass es eine schöne Lanvendelfarm in Wanaka gibt, einen Park namens "Puzzle World", und das Paraiso Kino, auf dass mich schon viele Leute hingewiesen haben. Es ist sehr bekannt, denn statt auf normalen Kinositzen sitzt man dort auf komfortablen Sofas.
Das Kino liegt in der gleichem Straße wie mein Hostel, also bin ich dort hingeschlendert, "nur mal gucken". Mit dem Ergebnis dass ich mir eine Karte für die Abendvorstellung von "Jurassic World" gekauft habe, dieses besondere Kino wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Ich hatte vor meinem Skydive immer noch etwas Zeit, also bin ich am Lake Wanaka spazieren gegangen. Er ist Lake Queenstown sehr ähnlich, allerdings glasklar. Auch hier kann man die schneebedeckten Berge drumherum sehen. Im Gegensatz zu Queenstown geht es in Wanaka aber sehr ruhig vor.
Um halb 2 konnte ich dann endlich in mein Zimmer, ich habe schnell meine Sachen reingebracht und mich dann schon für Skydiven fertig gemacht. Ich wurde von den Leuten direkt vorm Hostel abgeholkt, der Flughafen liegt natürlich etwas außerhalb.
Auf dem Weg habe ich wieder diese leichte Aufregung versprürt, dieses Gefühl von "OMG-ich-werde-gleich-aus-einem-Flugzeug-fallen" Aber es ist eine gute Art von Angst.
Alles war genau wie bei meinem ersten Skydive in Taupo, außer das Anzug und Flugzeug in Orange statt in Blau waren, was irgendwie cooler aussah. Mein "Instructor" (der Typ der mit mir tandemgeskydived ist) war auch wieder sehr nett und fröhlich (wie sollte es auch anders sein wenn man den coolsten Job auf Erden hat) und hat mir so viel Vertrauen eingeflößt, dass ich ganz entspannt war und den Flug in dem winzigen Flugzeug genießen konnte. Man hatte schon beim Hoch fliegen einen super Blick, es war ein ganz klarer Tag und man sieht das komplette Gebirge: Mt Cook, Franz Josef Gletscher, Fox Gletscher, Milford Sound, Queenstown, Tekapo, das alles hat mein Instructor mir auf dem Flug gezeigt.
Als wir auf der Höhe von 12,000ft angekommen waren ging es wieder super schnell. Dieses Mal war ich nicht die Erste und musste mich Schrecken feststellen wie verloren und hilflos es aussieht, wenn jemand sich einfach so aus einem Flugzeug fallen lässt. Als ich dran war hatte ich aber keine Zeit nachzudenken, schnell in die Skydive Position (Kopf und Beine nach hinten und Hände an die Armgurte) und schon bin ich gefallen. Genau wie beim ersten Mal war es ein unglaubliches Gefühl. Wir haben uns mehrmals Überschlägen, was irgendwie cool war weil ich immer nur blitzschnell abwechselnd Berge und Himmel sehen konnte. Die 45 Sekunden des freien Falls gingen leider viel zu schnell um. Es wurde wegen der eisigen Kälte ganz schön schwer zu atmen aber fliegen ist so ein wahnsinniges Gefühl.
Als der Fallschirm sich geöffnet hat, hatte ich Zeit einen genauen Blick auf die wunderschöne Umgebung zu werfen, das ist einfach etwas ganz anderes als Lake Taupo. Hier hatte ich einen See, die Berge, und ich konnte sogar den grünen Fluss sehen.
Und dann durfte ich den Fallschirm selbst lenken! Das durfte ich in Taupo nicht. Es war extrem lustig, wenn man stark an einer Leine zieht kippt man seitlich bis man sich fast in der Waagerechten befindet und dreht eine schnelle und haarscharfe Kurve. Die Landung hat dann wieder mein Instructor übernommen, und wir sind sicher zu Boden gesegelt. Wieder ein unglaublich tolles Erlebnis!
Wieder im Hostel habe ich schnell gekocht und bin dann zum Kino aufgebrochen. Dort wurde ich allerdings leicht enttäuscht: Es gibt zwei Kinosäle und der in dem Jurassic World lief hat gar keine Sofas. Dafür allerdings superbequeme, breite Ledersessel, die definitiv auch nicht schlecht sind. Und der Film war Klasse!
Morgen früh geht die Reise weiter, zum Fox Gletscher. So schön es mit Chrissy und Vici war, im Moment genieße ich es total allein unterwegs zu sein und jede einzelne Entscheidung (angefangen von was ich zum Abendbrot esse bis wie früh ich losgehe um meinen Bus zu bekomme) allein treffen zu können. Es ist nicht unbedingt besser oder schlechter ohne die beiden, nur anders.
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