Montag, 26. Januar 2015

We're happy, free, confused and lonely at the same time ~ Taylor Swift

22.01.15, 16:14, Ruakaka (Uretiti Beach Camp)
Wir liegen zu dritt im Zelt, das nach vorne hin komplett offen ist, damit die Luft nicht so stickig wird, und wir den Ausblick genießen können. Es ist jetzt ein bisschen kühler geworden und der Himmel ist immer noch stark bewölkt, vorhin hat es schon geregnet. Auch dieser Campingplatz liegt direkt am Meer, und wir hören das Rauschen, auch wenn wir es nicht sehen können. Dieser Campingplatz ist relativ voll, aber auf einem riesigen Gelände. Außerdem handelt es sich nicht um eine platte Wiese, sondern ein hügeliges Gelände, mit vielen verborgenen Winkeln, Bäumen und Büschen, sodass wir die anderen Camper nicht sehen. Vorhin bin ich einige Stunden am Strand spazieren gegangen, es sieht dort exakt aus, wie in Dänemark, mit dem breiten Sandstrand und den bewachsenen Dünen, durch die schmale Wege führen. Der Unterschied ist, dass hier überall riesige Muscheln liegen, und dass man nur sehr selten auf Menschen trifft. Vici und ich waren auch kurz baden, das Meer ist wärmer als die Luft, aber die Wellen sind sehr hoch.
Nun liegen wir hier gemütlich eingekuschelt und lesen, hier drin sind wir vor dem starkem Wind geschützt. Auf dem Campingplatz gibt es nur kalte Duschen, Plumsklos und Trinkwasser, aber wir sind ja ausgestattet. Morgen früh geht es schon weiter, wir umrunden die nördlichste Spitze einmal und verbringen dabei jede Nacht auf einem anderen Campingplatz.

23.01.15, 20:56, Kerikeri
Wieder woanders! Kerikeri ist eine total niedliche Stadt, die wir nach unserer Ankunft heute Mittag erstmal erkundet haben. In einem der kleinen Ramschläden habe ich mir (als Vorbereitung für die Cook Islands) Schnorchel, Taucherbrille und Flossen zugelegt. Danach waren wir im Restaurant neben unserem Holiday Park einen sehr leckeren Cocktail trinken.
Im Holidaypark gibt es nun wieder eine Küche, Aufenthaltsraum, Steckdosen und alles was man sonst so braucht, wir zelten aber trotzdem. Der Bereich, der für Zelte reserviert ist liegt direkt an einem schmalen Fluss, und direkt auf der anderen Seite beginnt der Urwald.Man kann über eine Brücke dorthin gelangen, ein kleiner Pfad führt mitten durch den Dschungel. Ich bin ihm ein kleines Stück gefolgt (leider Barfuß...Dornen...) und habe viele unbekannte, aber auch bekannte Pflanzen gesehen (Brombeeren..lecker!). Im Fluss kann man auch baden. Morgen früh geht es zum Cape Reinga, in der völligen Abgeschiedenheit (weit und breit nicht mal Einkaufsmöglichkeiten) bleiben ewir dann drei Nächte.

26.01.15, 19:01, Cape Reinga (Taputaputa Bay)
Die Nacht in Kerikeri war sehr unruhig: Aus dem Urwald kamen unheimlich laute Geräusche (hat sich sehr nach Schweinen angehört) und im Zelt ist es sehr kalt und feucht geworden. Wir waren am nächsten Morgen mehr als froh über die heiße Dusche. Hier am Cape Reinga haben wir diesen Luxus nicht. Aber dafür sind wir wieder direkt am Meer. Gestern sind wir zum tatsächlichen Cape Reinga gefahren, der nördlichsten Spitze Neuseelands. Nach Maori Sage werden dort die Seelen der Verstorbenen verabschiedet und gen Himmel gesandt. Leider ist die Stelle voller Touristen gewesen, und man konnte auch nicht ganz nach vorne laufen. Schön war es aber trotzdem. Den restlichen Tag haben wir im Meer gebadet, hier gibt es die höchsten Wellen, die ich je gesehen habe. Heute waren wir Sandboarden.Es gibt hier nämlich riesige Sanddünen, es sieht aus als wäre man in der Wüste. Und am Fuß dieser Dünen kann man sich bestimmte Bretter ausleihen, so ähnlich wie Surfbrett er. Damit muss man dann leider die ganze Düne hochkraxeln, die heftigste Steigung die wir bisher erklommen hhaben. Oben angekommen legt man sich auf das Brett und saust die 40 Meter hohe Düne hinunter, in einem Tempo, das iCH dachte ich überschlage mich gleich. Macht unheimlich Spaß, aber da wir uns zu dritt ein Sandboard gemietet haben, mussten wir es immer wenn wir runter gefahren sind wieder für den nächsten nach oben bringen, deshalb bin ich nur einmal gefahren, die Steigung war mir zu anstrengend.
Letzte Nacht haben wir mal wieder ein kleines Abenteuer erlebt: Mitten in der Nacht hat Vici etwas draußen gehört und mich geweckt: Wir hatten unser Essen (in Plastiktüten verpackt) draußen stehen gelassen, direkt vorm Zelt. Dort hat Vici es rascheln gehört, mit ihrer Taschenlampe zu der Stelle beleuchtet und einem etwa hundegroßen Tier entegegengeblivkt, der Schnauze nach zu urteilen ein Schwein. Dann war es aber auch schon wieder zwischen den Büschen verschwunden (direkt zum Meer hin) und zwar mit einer der Essenstüten. Wir habenuns total erschrocken und ich bin ganz schnell nach draußen um die verbleibenden Tüten ins Zelt zu holen. Die ganze Nacht haben wir auf Geräusche gelauscht, es war total gruselig. Am nächsten Morgen bin ich durch die schmale Düne gelaufen und hab die Tüte tatsächlich gefunden: Kekse, Toastbrot und eine Milch waren komplett aufgefressen, obwohl alles noch ungeöffnet war vorher. Tomatensoße und Müsli wurde zum Glück nur etwas besabbert, also die Verpackung. In der Düne sieht man immer noch am niederrgetrampelten Gras, dass dort etwas ziemlich großes lag.
Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich unsere letzte Nacht hier im Auto verbringen.


30.01.15, 16:36, Auckland 

Nun sind wir auf einem Campingplatz in Auckland, ganz in der Nähe des Flughafens. Morgen geht es schon los! Alles unwichtige haben wir schon aus unseren Rucksäcken rausgesucht,  das bleibt dann im Auto. 

Gestern, auf dem Campingplatz in Ruakaka hat es schon morgens angefangen zu regnen, also sind wir in die Stadt gefahren und haben uns in ein Café gesetzt. Die Leute dort kannten sich alle und waren ganz nett, sie haben uns erzählt, dass es dort Glühwürmchen Höhlen gibt, wo man umsonst rein kann. Wir sind natürlich hingefahren und haben uns hinterher geändert,  dass wir in Waitomo  45$ für das bezahlt haben, was es in den Waipu Caves umsonst gibt, und sogar noch besser. Dort ist nichts ausgeschildert oder beleuchtet, wir mussten Taschenlampen mitnehmen weil es stockdunkel war. An einigen Stellen mussten wir sogar durchs köchelt Wasser laufen. Die Glühwürmchen waren wieder total schön, aber leider war auch eine große Familie mit vielen kleinen Kindern da, die ziemlich laut waren und immer die Taschenlampen angemacht haben. 

Sonntag, 18. Januar 2015

It's gotta be a good life~ One Republic

Nun sind wir uns ziemlich sicher den schönsten Ort Neuseelands und vielleicht der ganzen Welt gefunden zu haben. Nach dem Abschied von Juli, Jason, Robert und Caro, der für alle sehr tränenreich verlief (wir werden sie in Neuseeland vermutlich nicht wiedersehen) sind wir in Richtung Coromandel Halbinsel aufgebrochen, mit einem Zwischenstop in Matamata, Hobbitton.
Letztendlich fand ich Hobbitton für 75$ ziemlich enttäuschend. Die Filmkulisse mit den 93 Hobbitthöhlen ist zwar total schön, aber es wurde keine einzige von innen eingerichtet. Die Führung war auch nicht besonders interessant, was uns erzählt wurde waren ziemlich nebensächliche Details, ich dachte irgendwie dass es auch ein bisschen um die Geschichte, die Schauspieler und den Dreh geht.

Im Green Dragon, dem Gasthaus, hat jeder  ein Greigetränk bekommen, man durfte sich eins von vieren aussuchen, das speziell für Hobbitton gebraut wird. Das Green Dragon wurde, der Filmhandlung entsprechend, tatsächlich abgebrannt, und nur  für die Führungen wieder aufgebaut. Es ist sehr detailreich gestaltet und eigentlich das spannendste in Hobbitton.

Die Fahrt nach Coromandel hat danach noch zweieinhalb Stunden gedauert. Wir wollten irgendwo anhalten, wo es free WiFi gibt, um uns einen Campingplatz auszusuchen. Wir hatten zwar eigentlich schon einen gefunden, aber wie sich herausstellte war der 90 km von allen Sehenswürdigkeiten entfernt. Das mit dem WLAN bei McDonalds hat natürlich wie immer nicht geklappt, aber wir brauchten eh mal eine Pause. Letztendlich sind wir dann erst zu einem Ergebnis gekommen, als wir wieder im Auto saßen. Die Coromandel Halbinsel ist nämlich extrem dünn besiedelt und hat nur sehr wenige Campingplätze, das sind dann entweder richtige (teure) Holidayparks oder kostenlose, die weder Toiletten,  Duschen noch fließend Wasser haben. Wir haben den aber doch noch einen guten gefunden, und in einen Campingkocher investiert.
Als wir die Halbinsel erreichten, waren wir sofort  begeistert: Der Highway verläuft direkt am Wasser und windet sich um die Küste herum. Die Landschaft lässt sich über überhaupt nicht mit Worten beschreiben, es sah einfach toll aus. Der Zeltplatz liegt  genau am Meer, außer uns ist nur noch ein Paar aus England hier (gestern sind kurz zwei Betrunkene aufgetaucht, die uns ziemlich genervt haben, aber dir sind zum Glück schnell wieder abgehauen. Wir konnten problemlos unser Zelt aufbauen und den Campingkocher anwerfen. Von unserem "Festmahl" (Baguettebrot in Oliven angebraten und natürlich Nudeln, waren wir total begeistert. Die Kochplatte ist richtig gut, es ging wirklich schnell. Dann haben wir uns an den (10 Meter entfernten) Strand gesetzt, Gitarre gespielt, und einen weiteren neuseeländischen Sonnenuntergang bestaunt. Gebadet haben wir schon direkt nach der Ankunft, das Wasser ist total warm.

Wir haben die Lichterketten wieder ausgepackt, und statt einem Lagerfeuer als Lichtquelle benutzt. Der Sternenhimmel war natürlich auch wieder wunderschön. Es wurde kalt und wir sind früh schlafen gegangen. Heute Morgen hat mich die Hitze im Zelt natürlich mal wieder um 8 geweckt.

21.01.15, 22:33, Auckland

Nun sind wir wieder da, wo alles angefangen hat, in Auckland. Und ich kann die Stadt noch genau so wenig leiden, wie vor fünf Monaten (Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht). Es ist zu voll, zu laut, zu dreckig und es gibt keine Parkplätze. Zum Glück bleiben wir nur für diese eine Nacht, Chrissy und Vici haben ihren 2. Bungee Jump gemacht und danach waren wir in "Freddy's Ice Bar". Dort bekommt man eine dicke Winter Jacke und Handschuhe ausgeliehen (was ziemlich witzig aussah, weil wir dazu kurze Hosen anhatten ) und wird dann in einen Raum geführt, in dem Minuszeichen herrschen. Alles besteht dort aus Eis, die Bar, die Tische,  Stühle, selbst die Gläser. Und überall standen Eisskulpturen, ziemlich  cool! Jetzt sind wir im Hostel und nutzen das Wlan und die Steckdosen um Campingplätze zu buchen, im Northland. Es geht einmal um den Cape reinga herum und dann nochmal für eine Nacht  nach Auckland, denn von hier aus fliegen wir zu den COOK ISLANDS!

Auf der Coromandel hatten wir eigentlich noch ein Orchideenhaus, die Rapala Waterfalls und die driving creek railway (eine kleine Eisenbahn) eingeplant, aber die ersten beiden waren nicht, wie vermutet,  umsonst, daher haben wir sie weggelassen. Gestern  waren wir am Cathedral Cove, ein unglaublich schöner Strand mit riesigen Felsen, die Höhlen, so groß wie Kathedralen bilden. Der Wanderweg dauert offiziell 45 Minuten, wir haben aber nur 20 gebraucht, in Neuseeland sinddiese Angaben, immer übertrieben. Es war au h wieder viel zu heiß, um sich überhaupt  zu bewegen, aber letztendlich hat es sich gelohnt. Schade war nur, dass es total überfüllt war, hier sind schließlich immer noch Sommerferien. Trotzdem ist ein richtiges Karibikfeeling aufgekommen, wir haben gebadet, gesonnen und die spektakulären Felsformationen bewundert.

Just around the river bend ~ Disney's Pocahontas

17.01.15, 00:11, Rotorua
Zur Maori Experience im nachgebauten Maori Dorf "Tamaki" wurden wir mit einem Reisebus abgeholt, in dem auch alle anderen Teilnehmer der Experience saßen. Die Busfahrer in hat und schon auf dem Weg einige Worte auf Maori beigebracht, wie zum Beispiel "Kia Ora", was gleichzeitig Hallo, Tschüß, Danke, Bitte, Guten Abend und guten Morgen heißen kann.Sie hat aaußerdem alle Teilnehmer nach ihrer Nationalität gefragt. Wir waren die einzigen Deutschen, und auch die einzigen Backpacker. Es waren viele alters Menschen dabei und ein paar Familien mit kleinen Kindern.
Noch im Bus wurde ein "Chief", also ein Anführer unserer Gruppe bestimmt (die Busfahrwerin hat einfach einen Namen von der Teilnahmeliste vorgelesen, Freiwillige gab es nicht). Im Maoridorf angekommen sind zur Begrüßung 4 Maori Krieger angerannt gekommen (traditionell gekleidet und mit der typischen Gesichtstätowierung) und haben zur Begrüßung den "Haka" vollzogen, ein tänzerisches Ritual, dass zur Begrüßung aber auch vor Kämpfen durchgeführt wird. Es besteht aus lauten Rufen, viel rumgestampfe und gehüpfe und eilen Grimassen. Dabei fuchteln die Maori mit Speeren vor den Gesichtern der Eindringlinge rum, reißen die Augen weit auf und strecken die Zunge raus. Das alles wirkt erstmal äußerst beängstigend und irgendwie auch lustig, aber die Maori meinen es total ernst und wir wurden vorher schon gewarnt, nicht zu lachen und uns nicht zu viel zu bewegen. Der Haka wurde bei der Begegnung mit fremden Völkern getanzt, um diesen Angst zu machen und sie abzuschrecken. Bei jedem Spiel der "All Blacks", der neuseeländischen Rugbymannschaft, von der hier JEDER Fan ist (sie sind auch richtig gut) vollziehen die Spieler dieses Ritual auf dem Spielfeld vor ihren Gegnern.
Unser Chief musste sich dann vorwagen und die Krieger auf Maoriart begrüßen, indem er seine Stirn zweimal an die Stirn des Maori legte.
Anschließend ist die Gruppe von etwa 100 Leuten in drei kleinere Gruppen geteilt worden, in denen die Stationen im Maoridorf nacheinander abgearbeitet wurden. An jeder Station standen ein oder zwei Maori vor einer kleinen Hütte, und haben einen Teil ihrer Kultur anschaulich erklärt. Zuerst gab es ein Spiel, für das vier Leute (unter anderem Chrissy) ausgewählt wurden. Jeder hat einen Stock in die Hand bekommen, und dann wurden immer wieder die Maori Begriffe für rechts und links genannt. In die jeweilige Richtung mussten die Personen, die in einem Quadrat zueinander standen, rennen, ihren Stock dabei stehen lassen und rechtzeitig den nächsten Stock erreichen, ohne dass dieser umfällt.
An einer anderen Station wurde den Männern der "Haka" beigebracht, wir wollten auch aber Frauen durften nicht, Emanzipation ist in der Maorikultur offensichtlich noch nicht so angekommen. Die Frauen haben ein Band mit einem Säckchen dran, dass sie irgendwie um ihre Hand schwingen und damit Geräusche erzeugen. Dass fürhren sie synchron aus, sodass auch dabei ein Tanz entsteht. Es gab noch ein Spiel, dass mich sehr an Koordinationsübungen aus dem Sportunterricht erinnert hat: Man musste durch eine auf den Boden gezeichnete Leiter durchtrippen, ohne auf die Striche zu treten. Eine Frau hat erklärt, dass Flachs eines der wichtigsten Materialien für die Maori ist, und sie daraus alles Mögliche wie zum Beispiel Körbe herstellen können.
Die Hütten sind alle mit eingeritzten Symbolen verziert, die zum Teil Geschichten erzählen. Alles haben wir leider nicht mitbekommen, weil viele der Moari mit sehr starkem Akzent gesprochen haben.

Als alle mit den Stationen fertig waren, ging es weiter im Maoridorf: Nun wurde uns gezeigt, wie ein Hangi gekocht wird. Dabei wird ein Loch in den Boden gegraben, Feuer darin gemacht und dann Brot, Fisch, Fleisch und Gemüse hinein gelegt. Das ganze wird dann wieder mit Erde und Holz zugedeckt und ein paar Stunden dort gelassen, bis das Essen gar ist.

Als nächstes wurden wir in einen Vorführungsraum geführt, mit Stühlewn und einer Bühne. Dort wurden traditionelle Lieder gesungen (die waren wirklich schön), und mit Flöten aus Muscheln, Trommeln und Gitarren begleitet. Außerdem wurden verschiedene Tanzchoreographien vorgeführt, das war extrem beeindruckend. Es wurde noch ein kurzes Video über die Geschichte der Maori gezeigt.
Zum Schluss gab es dann ein Essensbuffet: Es gab Salat, Kartoffeln, die traditionell neuseeländischen Süßkartoffeln (schmecken ein bisschen wie Rost Kastanien, total lecker), Lamm und Hühnerfleisch, Brot, eine merkwürdige Masse aus aufgeweichten Brot und ziemlich vielen Gewürzen, die aber auch richtig gut geschmeckt hat, und zum Nachtisch eine Torte mit Kiwi und Baiser, Pfirsiche und Brownies mit VanilleSoße. Wir waren von allem total begeistert, vor allem da wir ja die ganze Zeit sonst nur Nudeln essen. Danach gab es noch ein bisschen musikalische Untermalung und dann ging es zurück in den Bus. Die Rückfahrt war super, die Busfahrer in hat alle nacheinander aufgefordert, ein Lied in ihrer Sprache zu singen. Wir drei haben "99 Luftballons" gesungen, alle waren ganz begeistert. Dann haben alle noch ein paar Lieder zusammen gesungen (z.B. Take me home Country roads), es war eine tolle Stimmung, weil man richtig gemerkt hat, wie sich alle plötzlich verstanden haben, trotz unterschiedlicher Herkunft. Es wurden dann noch ein paar neuseeländische Kinderlieder gesungen, unter anderem eines bei dem es um eine Busfahrt ging. Bei den entsprechenden Stellen ist die Busfahrer in etwa zehnmal um den Kreisverkehr gefahren, bis sie abgebogen ist, und hat laut gehupt, ala es in dem Lied vorkam. Wir hatten eine Menge Spaß.
Allein schon wegen der Busfahrt und dem Essen war die Maoriexperience das Geld wert, und auch die Tänze und Gesänge waren toll. Insgesamt fand ich den Überblick über die Kultur aber zu allgemein, es blieben viele Fragen offen. Mich hätte zum Beispiel interessiert, ob es noch Maoridörfer wie dieses gibt und wie die Menschen dort leben, was für Zeremonien gefeiert werden, was die verschiedenen Symbole bedeuten, welche Religion die Maori haben,...
Dieses Wissen muss ich mir dann eben selbst aneignen. Besonders die Geschichte finde ich sehr interessant: Neuseeland war eines der letzten Länder das besiedelt wurde, erst 1300 kamen die Maori von Polynesien dort an. Sie passten sich an das neue Land an und entwickelten ihre Kultur, als die europäischen Eroberer ankamen. Im Gegensatz zu Südamerika wurde Neuseeland aber nicht sofort eingenommen, die Europäer hatten Angst und Respekt vor den Maori, wurden teilweise versklavt und gefressen. Viele haben sich aber auch mit der Maorikultur identifiziert und wurden in die Stämme aufgenommen.
Mit der Erfindung der Schusswaffen begannen in Neuseeland die Musketenkriege, die Maori hatten keine Chance gegen die neuen Waffentechnologie der Spanier und Engländer, und die Bevölkerungszahl ging stark zurück, außerdem verloren die Maori eine Menge von ihrem Land.Erst 1840 sicherte der Vertrag von Waitangi den Maori den Besitz von Land und See zu.
Es wurde vermutet, dass die Maori durch die Dezimierung der Bevölkerung aussterben würden, doch die Maori mischten sich mit Europäern und bewahrten trotzdem ihre kulturelle Identität, es gab eine großen Aufschwung für das Maorivolk.
Heute haben die Maori ein gesichertes Mitspracherecht in der Politik, ihre Sprache ist neben Englisch die anerkannte Landessprache, und ihnen steht ein großer Teil der Gebiete zu. Trotzdem gehören die meisten Maori zur sozialen Unterschicht, mit viel Arbeitslosigkeit, niedrigem Einkommen, schlechter Schulbildung und niedrigerer Lebenserwartung. Trotzdem finde ich es bemerkenswert, wie die Kultur trotz allem über lebt hat, 14% der neuseeländischen Bevölkerung sind heute Maoris. In Amerika beispielsweise konnten sich die indigenen Völker viel weniger etablieren, wurden versklavt und ausgelöscht, oder werden heute noch unterdrückt.
17.01.15, 2:00, Rotorua
Wir sind gerade vom Rafting zurück gekommen! Als wir uns gestern die Bilder auf dem Flyer noch einmal genauer angesehen haben, haben wir uns wirklich gefragt, ob das ganze so eine gute Idee war. Wir haben natürlich Level 5, das höchste gebucht, und da fällt das Raft (Eine Art großes Schlauchboot) einen sieben Meter hohen Wasserfall runter.
Aber es gab kein zurück mehr. Nachdem wir den Srandort endlich gefunden hatten, bekamen wir einen Fließpulli, den wir über die Bikinis ziehen konnten, einen Helm, eine Schwimmweste und spezielle Schuhe. Zuerst haben wir trocken geübt. Sechs Leute und ein Guide saßen in unserem Raft und der Guide namens Blue hat uns erklärt wie wir paddeln sollten, was wir machen wenn jemand rausfällt und wie wir uns bei den Wasserfällen verhalten sollten. Dann ging es auch schon los. Am Anfang war der Fluss noch ganz ruhig aber dann jagte eine Stromschnelle die nächste, wir mussten uns festkrallen, wurden sehr nass und haben viel gfeschrien und gelacht. Der Fluss führt direkt durch Urwald, was richtig cool ist. An einigeb Stellen durften wir rausspringen und ein bisschen schwimmen, das Wasser war ganz warm und mit der Schwimmweste muss man sich einfach nur auf den Rücken legen und treiben lassen. Beim großen Wasserfall mussten wir uns kurz vorher nach unten ducken und die Luft anhalten, das Raft ist sieben Meter nach unten gefallen und dann ist es komplett für ein paar Sekunden eingetaucht. Wir hatten Glück und es hat sich nicht überschlagen, alle sind drin geblieben und hatten einen riesen Spaß! Der Guide war sehr cool, er hat immer versucht die anderen Rafts zu rammen und hat alle ausgelacht, die rausgefallen sind. Und er ist rüvkwärts mit uns in die Wasserdälle gefahren, damit wir nass gespritzt werden. Am Ende konnte man dann eine Foto CD kaufen.